Von Schein und Glück – Brief an das Facebook-Ich

Liebes Facebook-Ich,

Du bist ziemlich glücklich, wie mir scheint. Scheinheilig findet das manch einer [1]. Du und Deine Scheinwelt. „Heiliger Schein“ entfleucht es mir und Deinen Kritikern. Doch Dir scheint nur die Sonne aus dem Arsch. Immer machst Du Urlaub und fotografierst Deine Füße, bist gut gelaunt, hast Feierabend oder sitzt vor einem fetten Teller Fettigkeiten und dann verteilst Du Nettigkeiten. Da krieg ich das blanke Kotzen! Aber es ist der blanke Neid, der aus mir spricht. Denn Du, Du vermaledeites anderes Ich, machst alles so viel richtiger als Ich.

Es „Gefällt mir“(-nicht), dass Du ein glückliches Leben hast. Ich freue mich gelb vor Neid für Dich. Und weißt Du was? Ab sofort werde ich ein wenig mehr so sein wie Du! Und wenn ich dann zu glücklich bin, dann schreibt die Taz auch einen Bericht über mich. Doch wie heißt es so schön „Glücklich sein, muss sich wieder lohnen! Denn es lohnt sich“. Glück auf, ihr digitalen und realen Ichs da draußen. Schämt Euch nicht!

Ich melde mich bald wieder bei Dir, um Dir von meinen Fortschritten zu berichten.

Wünsch mir Glück!

Viele Grüße
Dein Ich

 

PS: Solltest Du, liebes Facebook-Ich, wieder großen Kummer aufgrund von schlechtem Social Media Marketing haben, zögere nicht und schreib mir!

[1] https://www.taz.de/!108143/