Ich seo Dich – Lug und Trug, bis sich SEO bug

Bitte mit ausreichender Gedichtsbetonung sorgsam laut vorlesen.

Wenn sie Unfug treiben, Mehrwert nicht schreiben?
Wenn die kurze Frist es ist, die die Optimierer auffrisst?
Wenn sieTexte verstecken und an gekauften Links verrecken?
Wenn der Umsatz sie treibt, was ist es, was ihnen bleibt?
Alles zum Verkauf, auch die Seele, die muss raus!

 

Doch behüte und seo Dich!
Denn hast du kein Gewissen, kannst du dich verpissen!

 

Abgestraft blieben sie zurück, dank Penguin, dem Miststück!
Doch versiegelt sind Googles Lippen und so schaufeln sie weiter fleißig ihre Gräber mit ihren eigenen Schippen!

 

Hell leuchtet Googles Licht, deshalb Black-Hat-SEO tue nicht!

 

Mann mit weißem Hut

 

Gewidmet ist dieses ‚leider schlechte‘ Gedicht Felix Beilharz, dem Mann mit dem weißen Hut…in Dankbarkeit!

Ein Mädchen namens Marktforschung – Was haben die, was ich nicht hab‘?

Mein Name ist Marktforschung, aber alle nennen mich Mafo. Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die zehnte Klasse. Mein Lieblingsfach ist Statistik. Eigentlich bin ich ein fröhliches Mädchen, aber zurzeit geht es mir nicht so gut.

Montag

Seit der Mittelstufe gehe ich nicht mehr gerne zur Schule. Es sind neue Schüler in meine Klasse gekommen: Social Media, Social Media Monitoring und Big Data. Sie haben aus dem Internet an meine Schule gewechselt. Alles hat sich seitdem verändert. Obwohl ich nachmittags auch Online-Kurse besuche und ich richtig gut bin, konnte ich mit ihnen nicht warm werden. Sie behandeln mich abfällig, lachen heimlich hinter meinen Rücken über mich und grenzen mich aus. Dabei wäre ich so gerne mit ihnen befreundet! Was haben die, was ich nicht hab‘?

Dienstag

Ich hab‘ verschlafen, schaffe es aber noch – zwar abgehetzt – rechtzeitig zum Schulbeginn. Nachdem ich die ersten beiden Schulstunden minder erfolgreich hinter mich gebracht hab‘, schlägt es endlich zur großen Pause. Zu früh gefreut. Denn wie schon seit den Sommerferien, beherrscht wieder nur ein Thema den Schulhof: der NPS. Mein NPS sei negativ, und das würde ja gar nicht gehen! Was ich denn gedenken würde, um dies zu ändern. Ich schiebe es auf die Pubertät, dass meine „Detraktoren“ gerade die Oberhand gewinnen. Aber das ist den anderen egal. Ich sei einfach nicht mehr angesagt. Das würde ja schon alleine die geringe Teilnahmebereitschaft an meinen Befragungen zeigen. Und das alles nur wegen einer einzigen Frage *Lächerlich*! Ich fühle mich missverstanden und sehne die Schulglocke herbei.

Mittwoch

Heute ist Thementag an der Schule, und so ziehe ich mir noch mal die Decke über den Kopf. Vielleicht kann ich so tun, als wäre ich krank? Hmm, ob meine Mutter mir das glaubt? Aus aktuellem Anlass hat sich unser Direktor dazu entschieden, einen Datenschützer in die Schule zu bestellen. Und wie wir alle wissen, ist das ganz und gar nicht mein Ding! Die Klausur über den unlauteren Wettbewerb hab‘ ich schon in den Sand gesetzt. Über Marktstudien meinen Arsch zu retten, hat auch nicht funktioniert, da meine Kostenkalkulation durch die Decke geschossen ist. Ich raffe mich auf. Ich überfliege noch schnell die Entscheidungen des OLG Köln und stopfe das Telemediengesetz in meinen Ranzen. Ich schlage drei Kreuze, wenn der Tag vorüber ist *Erwartungsvoll*.

Donnerstag

Eigentlich mag ich Donnerstage. Aber nicht, wenn die digitale Schülerzeitung rauskommt. Seit einiger Zeit ist mir die Lektüre keine Freude mehr. Ich sei zu teuer und sei unflexibel, einfach nicht mehr up to date – muss ich dort lesen. Echtzeit sei das Maß aller Dinge und sowieso. Das ist so gemein! Ich hab schon versucht in der Fünfminutenpause mit ROI, dem Herausgeber aus der 8a zu reden. Doch der winkt immer nur ab. Ich sei halt einfach kein Digital Native. Aus die Maus. Dem helf’ ich auch nicht mehr bei der Zusammenhangsanalyse *Pff*!

Freitag

Morgen Abend ist die große, angesagte Party bei der Kundenzufriedenheit. Und ich bin eingeladen, was für ein Hygienekriterium *Jauchz*! Die Kundenzufriedenheit und ich haben uns schon immer gut verstanden. Mit ihr häng’ ich gern rum und quatsche über Handlungsempfehlungen. Und nicht nur, weil ich dann die Chance hab‘ bei unseren Mädelsabenden einen Blick auf ihren Bruder Kundenbindung zu werfen. In ihn bin ich schon seit langem etwas verschossen. Er ist schwer zu durchschauen und ein wenig geheimnisvoll. Ich mag das. Er muss morgen einfach da sein *Seufz*! Hoffentlich kann ich nachher einschlafen, ich bin schon etwas aufgeregt. Er ist ja so süß!

Samstag

Heute ist der große Tag. Ich habe keinen einzigen Pickel und ziehe meinen schönsten Fummel an. Ich kann es kaum erwarten *Freu*!

Sonntag
Gestern weinte ich mich in den Schlaf. Es war der schrecklichste Abend meines ganzen Lebens. Kundenbindung war nicht da, dafür aber Social Media mit ihrem Gefolge. Wahrscheinlich war sie nur da, um mich zu ärgern. Das ist ihr zuzutrauen, der blöden Kuh! Den ganzen Abend scharwenzelt sie um Big Data herum, und sie lachten und tuschelten – damit es auch ja die ganze Schule sieht. Dieser Big Data ist ein Riesenfatzke *Tss*. Und alle vergöttern ihn. Das ist so ätzend! Selbst Monitoring, dieser Schnösel, scheint außen vorzustehen. Recht geschieht’s ihm. Aber ich? Ich bin weniger als das fünfte Rad am Wagen. Keiner sieht mich, so wie ich bin.

Was haben die, was ich nicht hab‘?

 

Vielen Dank für die Inspiration an Mafolution: Blogparade Marktforschung in der Krise

Meine dmexco 2013 – Von Analsonden, Nichtigkeiten und Philanthropie

Es folgt eine verspätete, aber voreingenommene und schemenhafte Schilderung ausgewählter Eindrücke vom 18. und 19. September 2013 ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität.

Analsonden

Analsonden

Yahoo, Facebook, Google. Posh-sterile Teeküchen-Stände überfüllt mit Men in Black. So ist anzunehmen, dass die Außerirdischen mit ihren Analsonden nicht weit sein konnten. Kontakt zum Heimatplaneten aufgrund von fehlendem WLAN in den Hallen ausgeschlossen. Puh! Trotzdem trolle mich – vorbei an Hochglanz, Image, Bohnerwachs und Spießigkeit.

Sie sind unter uns und am Ende holten sie mich doch.

 

Nichtigkeiten

„Sind Sie App-Entwicklerin?“. Mein Outfit und meinen schlauen Gesichtsausdruck sollte ich mir merken. Aber die Dmexco-App ist nicht von mir! Bruda, isch schwöre.

Ich habe eine Lieblingsfarbe, ich habe ein Lieblingstier und eine Lieblingshalle. Blau, Pinguin, Halle 7.

Kinofans unter den diesjährigen Besuchern freuten sich über das Remake von Appgeddon vom Starregisseur dmexco. Zur Premiere war der Hauptdarsteller Bruce WLAN leider nirgends zu finden.

Leer, leerer, Halle 6. Können High Heels nicht weiter als Halle 7 tragen?

Philanthropie

BuzzwordsInhalte, Inhalte, Inhalte. Überall ging es um Inhalte. Wer Böses dabei denkt und vom schönen, schnöden Mammon getrieben ist, dem ist nicht verboten das Wort Inhalte durch Umsätze zu ersetzen.

Von Inhalten jedoch möchte ich nicht berichten.

Ich war schon immer ein Philanthrop (Anm. d. Red.: Klare Lüge). So kam ich nicht umher philanthropisch hinter die Produkte zu schauen und den Menschen zu sehen. Und was ich sah, war gut – von den Analsonden abgesehen. Begeisterte Gesichter, engagiertes Gestikulieren, warmes Lächeln. Freude, Wissbegier und Wissensaustausch. Ideen, Neugier und Fragen. Anekdoten, Lachen und Schabernack. Und zu guter Letzt die geschmeidigen Schwätzchen mit und ohne Buzzwords mit alten und neuen Bekannten in der Sonne zwischen Würstchenbude und Aschenbecher.

Für diese philanthropischen Freuden bedanke ich mich in zufälliger Reihenfolge bei: Echobot, m-pathy, blueReport, 12mnkys, talkwalker, Visible Internetmarketing, x_it und Promio.net (Anm. d. Red.: Danke an Promio.net für die „schlagartige“ Zusammenfassung der Marketingwelt von gestern, heute und morgen)

Für die größte Freude und die größte Haxe bedanke ich mich bei meinen stets treuen und famosen dmexco-Begleitungen: aei Marketing-Beratung und Daniela Knoll – Wissenschaftsjournalistin

Bis nächstes Jahr und alle Jahre wieder. Es ist mir eine Menschenfreude.

Social Media Recruiting – Eine belehrende Volkserzählung

Es war einmal…

Da gibt es diese Geschichte von den drei Schweinchen und dem Wolf. Und alle drei Schweinchen bauen ein Haus. Ein Haus, welches den bösen unbegehrten Wolf fernhalten soll. Und da gibt es noch die Geschichte von den drei Unternehmen und dem Social Media Recruiting [1]. Und alle drei Unternehmen bauen ein Haus. Ein Haus, welches den lieben begehrten Bewerber anziehen soll. Die Unternehmen tun es den Schweinchen gleich. Das erste Unternehmen baut ein Haus aus Stroh, das zweite Unternehmen ein Haus aus Holz und das letzte Unternehmen ein Haus aus Stein. Aus der Geschichte – wie aus Märchen – kann man lernen…Am Ende hat nur ein Schwein Schwein. Quiek.

Stroh

Social Media Recruiting als neue Flause alias Stroh im Kopf!
Karriere-Page eingerichtet – natürlich nur auf Facebook. Jobposts aus Jobbörsen druff geparkt gepackt. Keine Antwort auf Bewerber-Nachfragen. Ist eh nicht wirklich jemand zuständig. Bei absoluter Spitzen-Motivation darf es noch ein mehr oder minder zackiges Video sein [2]. Obwohl lieber nicht, darf ja nix kosten [3]. Und schicken Sie ihre Bewerbungsunterlagen nur postalisch.
Der Bewerber verbrennt lichterloh im Strohfeuer…

Strohdoof!

Holz

Social Media Recruiting als neue Chance der Bewerberansprache!
Dank einer Strategie ganz und gar nicht sprachlos. Antworten auf Bewerber-Nachfragen. Es ist jemand zuständig. Die gut ausgewählten Kanäle gepflegt. Bei manchen sogar gemenschelt [4]. Die Kosten(ersparnisse) richtig eingeschätzt [5]. Doch hier liegt der Holzwurm im Detail. Nachdem der Bewerber das Haus betreten hat, wird er zur Hintertür hinaus zitiert und dem internen Bewerbungsverfahren ausgeliefert: Bewerbung@holzkopf.de
Der Bewerber hat bekommt ein (Holz)Brett vor den Kopf…

Ich klopf auf Holz (für den nächsten Schritt)!

Stein

Social Media Recruiting als ganzheitliches Konzept in das (interne) Bewerbungssystem integriert!
Keine Kosten und Mühen gescheut – der langfristige Mehrwert in Stein gemeißelt. Dann darf es auch ein wenig Stroh und ein wenig Holz sein. Hie und da mal ein Video oder ein persönlicher Post (zu viel) – Nur ohne Feuer und ohne Brett. Offenheit. Transparenz. Authentizität. Der Individuelle Bewerber aus dem Social Web entkommt dem Formular-Schweine-Stall und ist nicht einer von Vielen (Schweinen). Benutzer- freundlich und persönlich. Der „Stein des Anstoßes“ zum „social“ Bewerbungs- verfahren ist losgetreten.
Der Bewerber spielt Stein, Schere, Papier mit seinem Ansprechpartner…

Stein der Weisen!

Und die Moral von der Geschicht…

Social Media Recruiting darf nicht hinter den Haustüren der sozialen Netzwerke aufhören. Social Media Recruiting [6] muss als ein Teil des langen steinigen Weges zum Social Business [7] gesehen werden. Es rappelt und rumpelt gewaltig im Unternehmenskarton. Nicht der böse Wolf aus dem Märchen bedroht die vorherrschende Unternehmenskultur, sondern der Bewerber [8].
Unternehmensstrukturen geraten ins Wanken. Nichts hält ewig.
Auch ein Steinhaus nicht.

 

„Der belehrende Teil der Volkserzählung – dass Fleiß und harte, gründliche Arbeit sich auszahlen, während Bequemlichkeit und leichtlebige Unbeschwertheit Probleme schaffen – wurde beibehalten, aber entschärft: Die Schweinchen, die in den Häusern aus Stroh und Holz leben, werden nicht gefressen wie im Original, sondern können sich in das steinerne Haus des dritten Schweinchens retten. Auch kommt der Wolf hier nicht ums Leben, sondern verbrüht sich lediglich.“ [9]


[1] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.social-media-mehr-mut-zur-offenheit.13883a15-c65f-40ab-8b8b-350226068877.html

[2] http://www.netzpiloten.de/hr-in-social-media-wie-man-es-macht-und-wie-man-es-besser-lasst/

[3] http://www.wollmilchsau.de/social-media-recruiting-studien-2012/

[4] http://blog.hays.de/employer-branding-wenn-die-maschine-menschelt/

[5] http://www.medienmilch.de/frischmilch/news/artikel/details/103351studie-social-recruiting-spart-kosten/

[6] http://de.slideshare.net/WBrickwedde/social-media-recruiting-2015

[7] http://de.slideshare.net/Jormason/recruiting-generation-y

[8] http://www.briansolis.com/2013/03/the-gap-between-social-media-and-business-impact-introducing-the-6-stages-of-social-business-transformation/

[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Die_drei_kleinen_Schweinchen_%28M%C3%A4rchen%29

Von Schein und Glück – Brief an das Facebook-Ich

Liebes Facebook-Ich,

Du bist ziemlich glücklich, wie mir scheint. Scheinheilig findet das manch einer [1]. Du und Deine Scheinwelt. „Heiliger Schein“ entfleucht es mir und Deinen Kritikern. Doch Dir scheint nur die Sonne aus dem Arsch. Immer machst Du Urlaub und fotografierst Deine Füße, bist gut gelaunt, hast Feierabend oder sitzt vor einem fetten Teller Fettigkeiten und dann verteilst Du Nettigkeiten. Da krieg ich das blanke Kotzen! Aber es ist der blanke Neid, der aus mir spricht. Denn Du, Du vermaledeites anderes Ich, machst alles so viel richtiger als Ich.

Es „Gefällt mir“(-nicht), dass Du ein glückliches Leben hast. Ich freue mich gelb vor Neid für Dich. Und weißt Du was? Ab sofort werde ich ein wenig mehr so sein wie Du! Und wenn ich dann zu glücklich bin, dann schreibt die Taz auch einen Bericht über mich. Doch wie heißt es so schön „Glücklich sein, muss sich wieder lohnen! Denn es lohnt sich“. Glück auf, ihr digitalen und realen Ichs da draußen. Schämt Euch nicht!

Ich melde mich bald wieder bei Dir, um Dir von meinen Fortschritten zu berichten.

Wünsch mir Glück!

Viele Grüße
Dein Ich

 

PS: Solltest Du, liebes Facebook-Ich, wieder großen Kummer aufgrund von schlechtem Social Media Marketing haben, zögere nicht und schreib mir!

[1] https://www.taz.de/!108143/